Martin Kreitmair

Martin Kreitmair ist CEO und Mitgründer von Tangany GmbH, einem führenden deutschen Kryptoverwahrer nach MiCAR. Unter seiner Leitung hat sich Tangany seit 2018 zu einem etablierten B2B-Dienstleister für Banken, FinTechs und institutionelle Kunden in Europa entwickelt. Seine Arbeit konzentriert sich auf die Schnittstelle zwischen Regulierung, Technologie und digitalen Finanzprodukten sowie auf den Aufbau nachhaltiger Infrastrukturen für die Tokenisierung und Verwahrung digitaler Vermögenswerte.

 

„Also Kryptoverwahrung als solches ist eine Dienstleistung, die erstmal reguliert ist. Das heißt, man braucht eine Lizenz von der Finanzaufsicht der BaFin hier in Deutschland, es gibt dann die Pendants in den anderen EU-Mitgliedsländern. Und die Verwahrung beinhaltet am Ende des Tages, ich verwahre Kryptowährungen oder Kryptowerte für einen Dritten, also für jemand anderen, für einen Kunden und das ist was wir machen, das ist ähnlich zu einer Bank. Wir sind jetzt keine Bank, aber wir unterlegen denselben Anforderung regulatorisch und müssen dann eben sicherstellen, dass die Assets, die Gelder der Kunden dann eben sicher bei uns verwahrt werden.“
„[…] dann so Ende 20, also 2020 haben wir gemerkt, da passiert gerade was, da ändert sich gerade der ganze Markt. Das war auch die Phase, dass Bitcoin wieder, der ganze Kryptomarkt, nach oben ging. Der ist ja dann Anfang 21 wieder bei 16.000 gestanden, also Alltime-High von 2017 wieder erreicht, und 21 ja dann auf ich weiß nicht wie genau, 40.000, hochgeschossen und der ganze Markt war auch sehr euphorisch und die Ideen kamen „ich will was tokenisieren, ich will das machen, ich will NFT machen“ und alle haben auf einmal Verwahrung gebraucht. Keiner durfte mehr selber machen, weil er ja reguliert war mittlerweile. Das heißt, durften die Private Keys nicht mehr selbst verwahren, sie brauchten jemanden dafür und das war natürlich dann auf einmal unser Vorteil, dass es so eine hohe Einstiegshürde hatte. Keine durfte selber machen. Selbst für kleine Projekte brauchten sie jemanden wie uns.“

„Seit diesem Jahr, seit 2025, haben wir die MiCAR, das ist eine Harmonisierung von dem, was wir in Europa haben. Die Kryptoverwahrung gibt’s jetzt EU-weit. Das heißt, was wir sind, gibt es in allen Ländern und wir dürfen aber auch EU-weit tätig werden. Das soll jetzt so ein digitaler Binnenmarkt werden, den ich persönlich sehr begrüße. Einmal aus Tangany-Sicht natürlich, weil wir jetzt außerhalb Deutschlands aktiv werden dürfen ohne große Aufwände. Aber weil es eben auch zu mehr Wettbewerb führt und damit auch zu mehr Innovation. Und man merkt jetzt schon so langsam, die amerikanischen Unternehmen, die streben schon wieder nach Europa und wollen halt diesen Markt wieder dominieren, so wie das Internet dominieren. Und die einzige Chance aus meiner Sicht, um das zu verhindern, was für mich zumindest erstrebenswert wäre, das Ziel ist, quasi einen Markt zu schaffen, der groß genug ist, um heimische Player aufzubauen, egal ob die jetzt aus Deutschland, Frankreich oder Malta kommen an der Stelle, und insofern gab es schon viel gute Regulatorik auch in dem Bereich, muss man sagen […].“