Seit Oktober 2023 ist Sebastian Becker Geschäftsführer des Blockchain Bundesverbandes e.V. (aka Bundesblock), eines gemeinnützigen Vereins, der sich für die Adoption der Blockchain-Technologie in Deutschland einsetzt. Der Bundesblock wurde 2017 gegründet und ist ebenso wie seine über 140 Mitglieder davon überzeugt, dass Blockchain und ähnliche dezentrale Technologien grundlegende Infrastrukturinnovationen sind und ihre Einführung notwendig ist, um Deutschland und Europa in der digitalen Welt wettbewerbsfähig zu halten. Neben dieser Funktion ist Sebastian Becker Eigentümer der thebrainbehind GmbH, einer Boutique-Strategieberatung mit Sitz in München, die in den Bereichen Web3/Blockchain, TV/Medien, sowie Green & Impact Tech tätig ist.
Außerdem ist er Mitglied des Vorstands der INATBA (International Association for Trusted Blockchain Applications) in Brüssel. Er studierte Politik, Sinologie und Kommunikation und lebt in München.
„Wir vernetzen die Mitglieder untereinander, weil es natürlich auch um Ökosysteme geht und die End-to-end-Umsetzung von Anwendungen. Wir versuchen im politischen Berlin, aber auch bis nach Brüssel und in die Nachbarländer, Brücken zu schlagen und aufzuklären, weil es ist klar: wir haben eine hochspezialisierte, arbeitsteilige Welt – und der Durchschnitts-Bundestagsabgeordnete hat natürlich nicht die Möglichkeit, sich in solche Technologien einzuarbeiten, auch die Fachpolitiker nicht, und wir müssen natürlich Wege finden, dass die zumindest die mittel- und langfristigen Konsequenzen generell von exponentiellen Technologien verstehen, weil es geht ja jetzt auch nicht um Blockchain oder KI oder Quantum Computing, sondern wir brauchen ja die Orchestrierung der besten technologischen Bausteine, um effizienter, nachhaltiger zu wirtschaften und trotzdem eben wettbewerbsfähig zu bleiben oder im aktuellen Kontext, weil Blockchain ja auch eine Automatisierungstechnologie ist, die Vertrauen herstellen kann auf technischem Weg.“
„Ich vergleiche das gern mit dem Schweizer Taschenmesser. […] Und Blockchain ist, wenn man so will, eine mehrdimensionale Technologie. Und ich kann, wenn ich ein Blockchain-System gut aufsetze, im Prinzip nahezu alle industriellen Prozesse von der Datenerfassung über das Management von ein- und ausgehender Energie bis hin eben zur Bezahlung, aus einem System abwickeln. Und das können eben die Legacy-Technologien nicht. […] Und das ist eben diese Schweizer Taschenmesser-Analogie. Wenn ich nur das Messerchen benutze, dann ist es manchmal vielleicht sogar mühsamer, als wenn ich ein geeignetes Spezialmesser nehme. Aber wenn ich die Schere, die Lupe, die Säge brauche, dann ist eben Blockchain die richtige Technologie, um da wirklich nach vorne zu kommen.“
„Das größte Hindernis ist mit Sicherheit noch das umfassende Verständnis, nicht nur von Blockchain, sondern was sich generell in diesem Innovationsbereich technologisch tut. Man spürt auch auf der Managementebene die zunehmende Überforderung, damit eben Schritt halten zu müssen auf der Entscheidungsebene, welche Technologie ist jetzt denn die richtige? […] Das heißt, wenn Europa, Deutschland, souverän und selbstbestimmt arbeiten will in Zukunft […] dann ist es ganz unerlässlich, dass wir diese Tools wirklich umfassend verstehen. Ja, mit einem Haufen Legosteine kann jedes Kleinkind agieren, aber mit sozusagen Fischer-Technik auf Blockchain-Basis braucht es dann eben schon ein bisschen mehr wie nur eine Teilzeitbeschäftigung in dem Projekt.“

