Henri de Jong ist Mitgründer von Quantoz und CBDO. Mit über 35 Jahren Erfahrung in der Markteinführung neuer Technologien, von Routenplanung und digitalen Karten bis zu Elektronische Publikationen, treibt er heute Geschäftsmodelle zu Blockchain, Stablecoins und Asset-Tokenisierung voran. Bei Quantoz verantwortete er die E-Geld-Lizenzierung und die Emission MiCAR-konformer Stablecoins. Er ist gefragter Sprecher, Mitglied von Beiräten (u. a. Humanitarian Aid Payments Council). Henri hat einen Master in Technischer Betriebswirtschaft.
„Was wir aktuell sehen, sind sogenannte Asset Tokenization vorhaben. Es gibt zum Beispiel Finanzprodukte, die tokenisiert werden. Es gibt Immobilien, die tokenisiert werden und es gibt so diese Aussage: „everything that can be tokenized will be tokenized“. Alles, was einen Wert hat, kann tokenisiert werden. Und ein Token ist letztendlich nur 32 oder 64 oder 256 Zeichen auf einer Blockchain. Und wir sind uns einig, dass das Token etwas repräsentiert. Ein Teil von einer Immobilie, einer Aktie oder ein Teil von einem Fahrzeug. Und wenn wir jetzt diese Tokens übertragen möchten, dann möchte ich vielleicht auch einen Geldwert übertragen, gleichzeitig. Das bedeutet, dass Käufer und Verkäufer eigentlich Zug-um-Zug einerseits das Token, das ein Fahrzeug repräsentiert, und andererseits die Token, die das Geld repräsentieren, über eine Blockchain transferieren. Und ich glaube, das ist eine der sehr spannenden Möglichkeiten von Blockchain […].“
„Die electronic money tokens, die wir als Quantoz emittieren, auf der Blockchain, haben viele Vorteile gegenüber dem Fiatgeld oder dem Giralgeld, was wir zurzeit kennen. Wir nennen es auch „cash with wings“. Wenn ich Geld auf einer Blockchain habe, kann ich es über die ganze Welt versenden. Wenn sie aktuell mal so eine Transaktion von Europa nach Amerika machen wollen über Ihre Bank, erstens kostet es sie sehr viel Geld und zweitens kann es sein, dass eine Zahlung einfach 3, 4 Tage unterwegs ist und das passt eigentlich nicht mehr in eine globale Infrastruktur, wo wir 24 Stunden pro Tag miteinander vernetzt sind und wo wir auch 24 Stunden pro Tag Geschäfte abwickeln möchten. Es kann nicht sein, dass das Geld 3, 4, 5 Tage hinterherläuft.“
„Man kann vieles von Europa behaupten, aber Europa ist das erste Kontinent, das die Krypto- und Blockchain-Ökosysteme reguliert hat. Und MiCAR hat vielleicht einige Nachteile, aber es ist dafür gedacht, um Konsumenten und auch Unternehmen zu schützen. Wir hatten im Kryptobereich einige, ich würde sagen, Wirecard-ähnliche Fälle und MiCAR ist da, damit solche Vorfälle nicht oder weniger passieren. Und ich denke, dass Europa da auch etwas selbstbewusster sein darf. Diese Regulierung ist da. Es gibt ein Spielfeld und ich bin davon überzeugt, dass auch die Amerikaner und in Asien auf diese Gesetzgebung geachtet wird. Europa, könnte man sagen, ist ein Vorreiter in der Regulierung von alles, was mit Blockchain zu tun hat. Und es sorgt dafür, dass Konsumenten und Unternehmen besser geschützt werden. Und wir haben auch in anderen Bereichen gesehen, zum Beispiel im GDPR-Bereich, dass Europa eine Vorreiterrolle in globaler Gesetzgebung nehmen kann. Und Ja, das habe ich bereits öfters gesagt. Da könnte man als Europa doch etwas selbstbewusster sein.“